25.06.2026, Vernier/Ostermundigen (ots) - Der Notfallbarometer des TCS zeigt eine Verunsicherung der
Bevölkerung, wenn es um Notsituationen geht. Davon zeugen Vertrauensverluste bei
Notfallorganisationen und eine schlechtere Beurteilung der Notfallversorgung in Berggebieten. Die
Befragten trauen sich ausserdem weniger zu, bei medizinischen Notfällen richtig zu reagieren. Der
Wunsch nach entsprechenden Weiterbildungen ist dagegen weit verbreitet.
Wer in eine Notsituation gerät, braucht rasche Hilfe von professionellen Rettungsorganisationen. Nun zeigt der neueste Notfallbarometer des TCS, dass das Vertrauen der Bevölkerung in die abgefragten Notfallorganisationen leicht rückläufig ist. Zwar ist das grundsätzliche Vertrauen in die Organisationen wie Sanität, Berg- und Luftrettung oder Polizei immer noch hoch, doch im Vergleich zum Vorjahr sind die Werte durchgehend tiefer. Die Befragungen für das Notfallbarometer führte das Umfrageinstitut gfs.bern im Auftrag des TCS zwischen Mitte Februar und Ende März durch. Die Ergebnisse können deshalb unter den Eindrücken der Brandkatastrophen in Crans-Montana und Kerzers entstanden sein, die das Sicherheitsgefühl beeinträchtigt haben.
Darin zeigt sich auch, dass die Qualität der Notfallversorgung innerhalb der Schweiz unterschiedlich beurteilt wird. In der Stadt wird die Notfallversorgung nahezu unverändert von praktisch allen Befragten (96 Prozent) als gut beurteilt. In den Bergen sank dieser Wert allerdings stark von 74 auf 62 Prozent und auch in der Kategorie "abgelegene Regionen" gab es einen deutlichen Rückgang.
Eigene Fähigkeiten werden schlechter beurteilt
Jedoch sank nicht nur das Vertrauen der Umfrage-Teilnehmenden in die Notfallorganisationen, sondern auch in sich selbst. Ihre eigene Notfallkompetenz schätzen die Befragten deutlich schlechter ein als noch im Notfallbarometer 2025. Auf einer Skala zwischen 0 und 10, bezüglich erkennen und richtigem reagieren bei einem Notfall, lag der Mittelwert bei 5.6 - gegenüber 6.3 im Vorjahr. Noch tiefer als die eigene Kompetenz wird die Bevölkerung im Allgemeinen eingestuft, nämlich bei einem Wert von 4.7. Auch in konkreten medizinischen Notfallsituationen trauen sich die Menschen weniger zu. Eine bewusstlose Person in eine stabile Seitenlage zu bringen, trauen sich nur noch 71 Prozent zu, 10 Prozent weniger als im letzten Notfallbarometer.
Hohe Bereitschaft für organisierte Weiterbildung
Erfreulich ist hingegen die Bereitschaft, die eigenen Fähigkeiten zu stärken. 81 Prozent gaben an, dass sie regelmässige Weiterbildungen bei der ersten Hilfe begrüssen würden. Ein Grossteil der Befragten wünscht sich, dass solche Weiterbildungen über Vereine oder Organisationen (Samariter, Rotes Kreuz, TCS) laufen, wobei auch der Arbeitgeber von vielen, insbesondere TCS-Mitgliedern, genannt wird. Dass Weiterbildungen im Bereich erste Hilfe komplett dem oder der Einzelnen überlassen werden, wird klar abgelehnt.
Infos zur Studie
Auftraggeber: Touring Club Schweiz
Grundgesamtheit
- Bevölkerung: Einwohner und Einwohnerinnen ab 18 Jahren mit Wohnsitz in der Schweiz, die eine der drei Hauptsprachen beherrschen
- Mitglieder: Mitglieder des TCS Schweiz, die eine der drei Hauptsprachen beherrschen.
Erhebungsart
- Bevölkerung: telefonisch computergestützt (CATI), Online Panel Polittrends
- Mitglieder: online
Auswahlverfahren
- Bevölkerung: Stichprobenplan nach Gabler/Häder für RDD/Dual Frame / Verwendung der Swiss-Interview-Liste, Zufallsauswahl Panel
- Mitglieder: Zufallsstichprobe aus der Mitgliederdatenbank des TCS Schweiz
Stichprobengrösse
- Bevölkerung: 1'004 (DCH 701, FCH 242, ICH 61)
- Mitglieder: 810 (DCH 426, FCH 302, ICH 82)
Befragungszeitraum
- Bevölkerung: 14. Februar bis 19. März 2026
- Mitglieder: 17. Februar bis 31. März 2026
Stichprobenfehler
- Bevölkerung: 3.1 Prozent
- Mitglieder: 3.4 Prozent
Pressekontakt:
Marco Wölfli
Mediensprecher TCS
Tel. 058 827 34 03
marco.woelfli@tcs.ch
Hinweis der Redaktion: Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Herausgeber. Bildrechte: Touring Club Schweiz
Seit seiner Gründung 1896 in Genf steht der Touring Club Schweiz im Dienst der Schweizer Bevölkerung. Er engagiert sich für Sicherheit, Nachhaltigkeit und Selbstbestimmung in der persönlichen Mobilität, politisch wie auch gesellschaftlich. Mit über 2000 Mitarbeitenden und 23 regionalen Sektionen bietet der grösste Mobilitätsclub der Schweiz seinen über 1,6 Millionen Mitgliedern eine breite Palette von Dienstleistungen rund um Mobilität, Gesundheit und Freizeitaktivitäten an.
Alle 70 Sekunden erfolgt eine Hilfeleistung. 200 Patrouilleure sind jährlich mit etwa 361'000 Einsätzen auf Schweizer Strassen unterwegs und ermöglichen in mehr als 80 % der Fälle eine sofortige Weiterfahrt. Die ETI-Zentrale organisiert jährlich etwa 63'000 Hilfeleistungen, darunter 3500 medizinische Abklärungen und über 1300 Repatriierungen. TCS Ambulance ist der grösste private Akteur für Rettungsdienst und Krankentransport in der Schweiz mit 400 Mitarbeitenden, 22 Logistikbasen und rund 45'000 Einsätzen pro Jahr. Die Rechtsschutz-Büros bearbeiten 52'000 Fälle und geben rund 10’000 Rechtsauskünfte.
Seit 1908 setzt sich der TCS ein für mehr Sicherheit in der Mobilität – möglich dank der Mitgliedschaft. Er entwickelt Lehrmittel, Sensibilisierungs- und Präventionskampagnen, testet Mobilitätsinfrastrukturen und berät Behörden. Der TCS verteilt jedes Jahr rund 115'000 Leuchtgürtel und 90'000 Leuchtwesten an Kinder, damit auch ihre Mobilität sicher ist. 42’000 Teilnehmende zur Aus- und Weiterbildung zählen die Fahrzentren in allen Kategorien von Fahrzeugen jährlich.
Mit 32 Plätzen und rund 900'000 Logiernächten ist der TCS auch der grösste Campinganbieter der Schweiz. Die Mobilitätsakademie des TCS beforscht und gestaltet die Transformationen im Verkehr, wie die vertikale Mobilität der Drohnen oder die geteilte Mobilität, etwa mit den 400 elektrischen Lastenvelos «carvelo» und 43’000 Nutzenden. Der TCS ist Mitunterzeichner der Roadmap Elektromobilität 2025.
Hinweis: Der Über-uns-Text stammt aus öffentlichen Quellen oder aus dem Firmenporträt auf HELP.ch.
| Touring Club Suisse (TCS) (Firmenporträt) | |
| Artikel 'Das Vertrauen in das Schweizer Notfallsystem nimmt leicht ab...' auf Swiss-Press.com |
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