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Risikofaktoren kennen, heisst Unfälle verhindern



Touring Club Suisse (TCS)
Bildrechte: Touring Club Schweiz

03.06.2026, Vernier/Ostermundigen (ots) - Viele Risiken im Strassenverkehr werden heute zu wenig gut erfasst. Das Astra hat deshalb den TCS, die ZHAW und Swisstraffic AG mit der Durchführung einer Studie beauftragt. Diese empfiehlt ein schweizweites System von "Safety Performance Indicators", um die Verkehrssicherheit gezielt zu verbessern.

Verkehrssicherheitsanalysen stützen sich heute primär auf Unfallzahlen aus der Astra-Datenbank, die auf Unfallprotokollen der Polizei basiert. Die erfassten Unfälle nehmen - glücklicherweise - langsam ab, doch die Ursachen verändern sich durch die gesellschaftliche Entwicklung. Dazu kommt, dass viele Unfälle gar nicht bei der Polizei gemeldet und somit nicht erfasst werden. Dieser Datenmangel sorgt dafür, dass die Prävention erschwert wird, weil Risikofaktoren und Trends nur schwer oder zu spät erkannt werden. Das Astra ist sich der Wichtigkeit dieser Datenlücken bewusst und hat dafür ein Forschungsprojekt gestartet. Eine Arbeitsgemeinschaft aus TCS, ZHAW und Swisstraffic AG wurden beauftragt, verschiedene Indikatoren zu untersuchen, um die Verkehrssicherheit zu verbessern. "Mit der Teilnahme an dieser Studie an der Seite anerkannter Partner wie der ZHAW und Swisstraffic stellt der TCS sein Fachwissen im Bereich der Verkehrssicherheitsanalyse zur Verfügung und bekräftigt damit sein kontinuierliches Engagement für eine nachhaltige Verbesserung der Verkehrssicherheit in der Schweiz", betont Christophe Nydegger, Leiter Verkehrssicherheit.

Die Studie hat zunächst untersucht, welche bestehenden Indikatoren und welche Risikofaktoren im Strassenverkehr Stand jetzt gemessen und erfasst werden. Im Fokus stehen heute Unfallursachen wie Geschwindigkeit, Alkohol- und Drogeneinfluss sowie das Tragen beziehungsweise Nicht-Tragen von Helmen und Sicherheitsgurten. Die Studienautoren empfehlen deshalb als Ergänzung zur heutigen Datenerfassung ein neues System von "Safety Performance Indicators (SPI)", also messbare Faktoren, die Risiken bereits vor einem Unfall sichtbar machen. Im Gegensatz zu anderen Ländern werden in der Schweiz zahlreiche Daten zu Unfällen ohne Polizei-Protokoll nicht systematisch erfasst. Zwar existieren viele relevante Daten bereits, doch sie sind oft nicht standardisiert und nicht in einem gemeinsamen System abrufbar. Künftig wäre es deshalb wichtig, dass alle statistischen Daten zu Unfällen erhoben und zusammengeführt werden, ganz gleich, ob sie von der Polizei oder von Versicherungen stammen. Dadurch entstünde ein umfassendes und realistisches Bild des Unfallgeschehens.

Smartphones, Langsamverkehr und Rettungsdienste eignen sich als Indikatoren

In der Studie wurden verschiedene neue SPI definiert, mit denen Risiken im Strassenverkehr besser gemessen werden können. Zu den wichtigsten neuen Indikatoren, die die Studie empfiehlt, gehört die Messung der Ablenkung durch Smartphones, Infrastruktur für den Fuss- und Veloverkehr, sowie die Erfassung der Reaktionszeit nach einem Unfall.

Ablenkung ist für 18 Prozent aller Unfälle verantwortlich, ein wesentlicher Teil dürfte auf Smartphone-Nutzung zurückzuführen sein. Wenn nun die Smartphone- Nutzung im Rahmen von Verkehrsbeobachtungen erfasst wird, könnten die Daten aktiv für Präventionskampagnen genutzt werden. Messsysteme, die die Smartphone-Nutzung während der Fahrt erfassen, existieren bereits und könnten mit verhältnismässigem Aufwand eingeführt werden.

Abgetrennte Velowege und Velostreifen verbessern nachweislich die Verkehrssicherheit. Die Studienautoren empfehlen deshalb einen SPI, der den Anteil der Velowege präzis erfasst. Dadurch wäre es möglich, Netzlücken zu erkennen und Ausbaumassnahmen voranzutreiben.

Neben den SPI, die sich auf Prävention konzentrieren, nimmt die Studie auch das Rettungswesen unter die Lupe. Im Fokus steht hierbei die Reaktionszeit - das heisst, wie viel Zeit zwischen Eingang des Notrufs bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes am Unfallort verstreicht. Durch diesen SPI können zwar keine Unfälle vermieden werden, allerdings gibt die Reaktionszeit Aufschluss darüber, wie effizient die Prozesse sind und wie gut die Abdeckung der Rettungsorganisationen ist. Eine rasch eingeleitete Behandlung von Unfallverletzungen kann ausserdem den Heilungsprozess beschleunigen und langfristige Beeinträchtigungen reduzieren.

Die Studie macht deutlich, dass umfassenderes Datenmaterial die Verkehrssicherheit weiter verbessern kann. Ein System, das auf SPI basiert könnte hierbei Wirkung zeigen. Der TCS will die gewonnen Erkenntnisse deshalb im Dialog mit Behörden und Partnern nutzen, um Risiken im Strassenverkehr zu erkennen und zu minimieren.

Pressekontakt:
Marco Wölfli, Mediensprecher TCS
Tel. 058 827 34 03 | marco.woelfli@tcs.ch


Hinweis der Redaktion: Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Herausgeber. Bildrechte: Touring Club Schweiz



Über Touring Club Suisse (TCS):

Seit seiner Gründung 1896 in Genf steht der Touring Club Schweiz im Dienst der Schweizer Bevölkerung. Er engagiert sich für Sicherheit, Nachhaltigkeit und Selbstbestimmung in der persönlichen Mobilität, politisch wie auch gesellschaftlich. Mit über 2000 Mitarbeitenden und 23 regionalen Sektionen bietet der grösste Mobilitätsclub der Schweiz seinen über 1,6 Millionen Mitgliedern eine breite Palette von Dienstleistungen rund um Mobilität, Gesundheit und Freizeitaktivitäten an.

Alle 70 Sekunden erfolgt eine Hilfeleistung. 200 Patrouilleure sind jährlich mit etwa 361'000 Einsätzen auf Schweizer Strassen unterwegs und ermöglichen in mehr als 80 % der Fälle eine sofortige Weiterfahrt. Die ETI-Zentrale organisiert jährlich etwa 63'000 Hilfeleistungen, darunter 3500 medizinische Abklärungen und über 1300 Repatriierungen. TCS Ambulance ist der grösste private Akteur für Rettungsdienst und Krankentransport in der Schweiz mit 400 Mitarbeitenden, 22 Logistikbasen und rund 45'000 Einsätzen pro Jahr. Die Rechtsschutz-Büros bearbeiten 52'000 Fälle und geben rund 10’000 Rechtsauskünfte.

Seit 1908 setzt sich der TCS ein für mehr Sicherheit in der Mobilität – möglich dank der Mitgliedschaft. Er entwickelt Lehrmittel, Sensibilisierungs- und Präventionskampagnen, testet Mobilitätsinfrastrukturen und berät Behörden. Der TCS verteilt jedes Jahr rund 115'000 Leuchtgürtel und 90'000 Leuchtwesten an Kinder, damit auch ihre Mobilität sicher ist. 42’000 Teilnehmende zur Aus- und Weiterbildung zählen die Fahrzentren in allen Kategorien von Fahrzeugen jährlich.

Mit 32 Plätzen und rund 900'000 Logiernächten ist der TCS auch der grösste Campinganbieter der Schweiz. Die Mobilitätsakademie des TCS beforscht und gestaltet die Transformationen im Verkehr, wie die vertikale Mobilität der Drohnen oder die geteilte Mobilität, etwa mit den 400 elektrischen Lastenvelos «carvelo» und 43’000 Nutzenden. Der TCS ist Mitunterzeichner der Roadmap Elektromobilität 2025.


Hinweis: Der Über-uns-Text stammt aus öffentlichen Quellen oder aus dem Firmenporträt auf HELP.ch.


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Quellen:
news aktuell   HELP.ch

Weitere Informationen und Links:

 Touring Club Suisse (TCS) (Firmenporträt)

 Artikel 'Risikofaktoren kennen, heisst Unfälle verhindern...' auf Swiss-Press.com






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